Stellungnahme: Änderungsantrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Beschlussvorlage GR/118/2025: „Grundsatzbeschluss Gebietsentwicklung Gewerbegebiet Sinsheim Süd“

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Siesing,
Sehr geehrter Bürgermeister Kippenhan,
sehr geehrtes Gremium,
uns ist die wirtschaftliche Entwicklung Sinsheims ein wichtiges Anliegen. Wir wollen die ansässigen Unternehmen bei ihren Erweiterungsplänen unterstützen und damit Arbeitsplätze sowie Wertschöpfung in unserer Stadt sichern.
Gleichzeitig halten wir es aber für notwendig, dass die Entwicklung des Gewerbegebiets Sinsheim Süd in einer Form erfolgt, die für die Stadt finanziell tragfähig, ökologisch verantwortbar und flexibel bleibt.
In den bisherigen Gesprächen wurde ein Flächenbedarf von etwa zehn Hektar genannt. Ob dieser Bedarf von einer oder mehreren Firmen ausgeht, ist derzeit offen. Fest steht: Dieser Bedarf liegt deutlich unter der Größe des geplanten 30 Hektar großen Gebiets. Zugleich besitzt die Stadt aktuell nur rund sechs Prozent der Flächen. Eine sofortige Vollerschließung birgt daher hohe finanzielle Risiken und die Gefahr, dass große Areale über Jahre ungenutzt bleiben.
Das vorgesehene Gebiet liegt im ökologisch wertvollen Kraichgauer Hügelland. Es erfüllt wichtige Funktionen für Biodiversität, Grundwasserneubildung und das Stadtklima. Diese Qualitäten dürfen wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.
Darum fordern wir mit unserem Änderungsantrag, dass die Erschließung abschnittsweise und bedarfsorientiert erfolgt. Flächen sollen nur dann erschlossen werden, wenn eine verbindliche Nachfrage durch Unternehmen vorliegt. Investitionen in weitere Abschnitte erfolgen erst, wenn tatsächlicher Bedarf besteht und die Wirtschaftlichkeit belegt ist.
Die Verwaltungsvorlage spricht allgemein von der Entwicklung eines ca. 30 Hektar großen Bereichs, ohne den Umfang im Detail festzulegen. Mit unserem Antrag wollen wir hier Klarheit schaffen: Keine Vollerschließung auf Vorrat, sondern eine Entwicklung nach gesicherter Nachfrage.
Ein weiterer Punkt ist uns wichtig: Die Entwicklung muss von Beginn an nach Nachhaltigkeitskriterien erfolgen. Dazu gehören eine effiziente Flächennutzung, die Versorgung mit erneuerbaren Energien, ein zukunftsfähiges Regenwassermanagement, Begrünung von Gebäuden und Freiflächen sowie die Erhaltung von Kaltluftschneisen.
Andere Kommunen wie in Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Bayern oder auch die Stadt Recklinghausen haben bereits gezeigt, dass so zukunftsfähige Gewerbegebiete entstehen, die wirtschaftlich erfolgreich sind und gleichzeitig Umwelt und Klima schützen.
Mit dieser Vorgehensweise verbinden wir wirtschaftliche Entwicklung mit Verantwortung für Umwelt und Finanzen. Das schafft Planungssicherheit für die Unternehmen und bewahrt zugleich die Handlungsfähigkeit der Stadt.
Vielen Dank.