Stellungnahme GR Sitzung 29.07.2025 TOP 5 Vergabe Schulverpflegung Mensa Wilhelmi Gymnasium und Kraichgau Realschule

Die Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen nimmt zum Ergebnis der GR Sitzung vom 29.7. die Vergabe der Schulverpflegung für das Wilhelmi Gymnasium und die Kraichgau Realschule zu verschieben und die Situation nochmals zu prüfen, wie folgt Stellung:

In unserer Fraktion haben wir zu diesem Punkt im Vorfeld sehr intensiv diskutiert. Es ist unseres Erachtens dramatisch, wenn bei ca. 1600 Schüler*innen insgesamt an WHG und KRS „nur“ ca 50 Essen pro Tag ausgegeben werden (Kalenderjahr 2024: insgesamt 8941 Bestellungen Menüs davon 993 bei KRS und 7948 bei WHG).

Am 18.2.2025 fand der letzte regelmäßige Austausch mit den Vertreter*innen der Schulen, den Schüler- und Elternvertreter*innen  und dem Mensabetreiber statt, in dem offen über die seit langem unbefriedigende Situation gesprochen wurden.

Als Hauptgrund für die schlechte Nutzung wurde die kurze Mittagspause von 35 min genannt, die für Essenausgabe und Verzehr zu kurz ist (laut dem DGE Qualitätsstandard sind als Pause ca. 60 min vorzusehen). Dies führt auch zu einer Ballung der Anwesenheit in der Mensa bei allen Schüler*innen auch denen, die ihr selbst gebrachtes Essen verzehren, zu einem insgesamt hektischen und lauten Ambiente in der Mensa sowie auch dazu, dass viele Schüler*innen sich trotz der Kürze in der Stadt eindecken.

Trotz intensiver Diskussion fanden sich auch am 18.2. keine tragfähigen Lösungsansätze zu einer Verlängerung der Mittagspause. Angeführt wurde hierbei insbesondere der Busfahrplan, der nach Aussage der Schulen keine anderen Zeiten zuließe ohne dass die Schüler*innen den Bus entweder verpassen oder länger warten müssten. Daher müssten aus Sicht der Schulen zur Lösung die Abfahrtszeiten der Nachmittagsbusse um mind. 15 min verschoben werden.  Auch andere Überlegungen wie zB die Verlegung der Busabfahrten direkt/ näher an die Schulen wurde verkehrstechnisch als nicht machbar dargestellt. Andere Überlegungen wie zB eine zeitversetzte Mittagspause von WHG und KRS wurden als organisatorisch nicht machbar dargestellt.

Für die Stadt bedeutet die Vergabe einen erforderlichen Zuschuss von 225.000 € für 4 Jahre.

Seitens der CDU Fraktion wurde der Antrag gestellt, sich – aufgrund der seit Jahren unbefriedigenden Situation – nochmals intensiv mit der Situation und möglichen Lösungsansätzen zu beschäftigen und daher die Entscheidung/ Vergabe  zu verschieben. Da der bisherige Vertrag zu den Sommerferien ausläuft, bedeutet dies, dass es nach den Sommerferien zunächst keinen Mensa-Betrieb gibt. Wir von der Grünen Fraktion haben dieser Vertagung jedoch genau aus diesem Grund nicht zugestimmt. In der Mehrheitsentscheidung des Gemeinderats wurde dies allerdings in Kauf genommen. Mittlerweile konnte durch Nachverhandlungen der Stadt mit dem Caterer erreicht werden, dass der Mensa-Betrieb bis zu einer Klärung interimistisch bis zunächst Oktober weitergeführt wird. Dies ist sehr positiv.

Seitens unserer Fraktion hätten wir die Lösung präferiert, den Vertrag zu verlängern, um dann in Ruhe nach einer Lösung zu suchen, verstehen jedoch auch die Argumente, dass es nach vielen Jahren ohne Verbesserung nicht einfach so „weiterlaufen“ soll mit steigenden Kosten für die Stadt.

Wir regen auch explizit nochmals an, im Vorfeld der nächsten GR Sitzung zu prüfen, ob es nicht doch möglich ist, die Busse vom Schulzentrum abfahren zu lassen um Wegezeiten zu reduzieren. Ebenso bitten wir die Schulen nochmals zu prüfen, ob/ wie versetzte Mittagspausen oder eine Verlängerung der Pausenzeiten machbar sind. Spätestens bei der Neuausschreibung des ÖPNV Bündels in 2027 sollte hier zudem in Zusammenarbeit mit den Schulen eine längerfristig tragfähige  Lösung gefunden werden.

Es ist sehr schade, dass durch diese Situation ein  gesundes Mensaessen nur so wenig in Anspruch genommen wird und gleichzeitig hohe Kosten für ein Angebot entstehen, das nur von wenigen genutzt wird.